Was die Produkthaftpflichtversicherung absichern sollte

Produzenten und Händler haben bei ihrer beruflichen Tätigkeit eine große Verantwortung und damit einhergehend ein hohes Haftungsrisiko. Sind die hergestellten bzw. gelieferten Waren mangelhaft, können sich hieraus durch deren Nutzung und Weiterverarbeitung bei dritten Personen Schäden ergeben und zwar Sachschäden, Personenschäden und Vermögensschäden.

In Abhängigkeit von Art und Umfang des Schadens sind im Schadensfall vom Erzeuger oder Händler nicht nur Nachbesserungskosten oder Nachlieferungskosten zu übernehmen. Bei Personenschäden, Sachschäden und Vermögensschäden folgen für gewöhnlich entsprechende Schadensersatzansprüche gegenüber dem Hersteller oder Händler und die Forderungen des Geschädigten können Produzent und Händler finanziell gesehen enorm belasten.

Hersteller und Händler haben die Möglichkeit, sich gegen die finanziellen Folgen solcher Schäden mittels einer passenden Versicherungspolice abzusichern. Dabei ist zwischen der allgemeinen oder auch konventionellen Produkthaftpflichtversicherung und der speziellen Produkthaftpflichtversicherung zu unterscheiden. Generell sind beide Produkthaftpflichtarten lediglich im Zusammenhang mit einer Betriebshaftpflichtversicherung versicherbar, diese Absicherung gibt es also nicht als eigenständige Police.

Bei den meisten Produkthaftpflichtversicherungen müssen detaillierte Angaben zur Art der Produkte gemacht werden. Wer hier nicht präzise arbeitet, der verliert schnell seinen Versicherungsschutz!
Deshalb ist es wichtig sich von einem kompetenten Versicherungsfachmann eine individuelle Risikoanalyse des Betriebes und der Produkte erstellen zu lassen, die alle Risiken aufdeckt und mit versichert. Fordern Sie hier eine kostenlose und unverbindliche Risikoanalyse und einen Vergleich der Produkthaftpflichtversicherungen an:

 

Was die Versicherung abdeckt

Die konventionelle Produkthaftpflichtversicherung ist üblicherweise Teil der allgemeinen Betriebshaftpflichtversicherung und deckt – wie auch die Betriebshaftpflicht – in aller Regel Sachschäden, Personenschäden sowie unechte Vermögensschäden. Mit „unecht“ ist die Vermögensschadenhaftpflicht gemeint, die aus Personenschäden oder Sachschäden entsteht. Die Kombination Betriebshaftpflicht und koventionelle Produkthaftpflicht deckt also Sachschäden, Personenschäden und unechte Vermögensschäden, verursacht durch die betriebliche Tätigkeit, erbrachte Arbeiten sowie hergestellte oder gelieferte Produkte.

Echte Schäden am Vermögen Dritter können indes nur über die erweiterte Produkthaftpflicht abgesichert werden. Die erweiterte Produkthaftpflichtversicherung bietet ein umfangreiches, absicherbares Schadensspektrum. Sie tritt in Leistung bei Schadensersatzsprüchen Dritter aus Vermögensschäden, verursacht durch ein mangelhaftes Erzeugnis oder ein Produkt, dem die zugesicherte Eigenschaft fehlt. Abgesichert sind in diesem Zusammenhang unter anderem Schäden, entstanden durch die Weiter- und Endverarbeitung dieser Fehlprodukte, vor allem auch wenn während des Verarbeitungsprozesses andere Erzeugnisse damit in Berührung und dabei zu Schaden kommen. Beispielhaft seien hier die Unverkäuflichkeit einer Produktionscharge einer Wurstfarbik auf Grund eines gelieferten, mangelhaften Gewürzes genannt oder das minderwertige Enderzeugnis, das wegen mangelhaftem Rohstoff nur mit einem Preisnachlass an Endkunden verkauft werden kann.

Welche Risiken möglich sind

Ebenfalls können gelieferte, montierte und gewartete Anlagen des Versicherten, sofern diese fehlerhaft sind und Produktionsschäden bei Dritten verursachen, in den Versicherungsschutz der erweiterten Produkthaftpflichtversicherung fallen. Auch Kosten, die entstehen, wenn Dritte die mangelhaften Erzeugnisse ausbauen und durch fehlerfreie Produkte ersetzen, sowie durch mangelhafte Rohstoffe oder Zwischenprodukte erforderliche Prüf- und Sortierkosten bei der Serienproduktion von Dritten sind mögliche, versicherte Schadensbeispiele einer Produkthaftpflichtpolice.

Die Produkthaftpflichtversicherung tritt nach Prüfung der Schadensersatzforderung Dritter in Leistung bis zur Höhe der vereinbarten Deckungssumme. Vor unberechtigten oder zu hohen Ansprüchen wird der Versicherungsnehmer – eben das Handelsunternehmen oder der Herstellungsbetrieb – durch die Versicherungsgesellschaft geschützt.

Die Prämien für Produkthaftpflichtversicherungen sind vor allem vom Umfang des Versicherungsschutzes und der Deckungssumme abhängig. Allerdings spielen auch die Branche des Versicherten, sein Umsatz und eine etwaig vereinbarte Selbstbeteiligung bei der Berechnung der Beitragszahlung eine Rolle.

Auf der Seite der GDV (Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft) kann man sich die besonderen Bedingungen zur Produkthaftpflichtversicherung herunterladen, also die Musterbedingungen des GDV.